

"Auch wenn das Instrument der Photographie an und für sich die Welt
so darstellt wie sie sich auf den ersten Blick zeigt, wird sie in den
Arbeiten von Beate Radermacher eher als Türöffner eingesetzt. Sie macht
den Blick frei auf die Realität, die hinter der vermeintlich unverrückbaren
Erscheinung der Wirklichkeit liegt. Geometrische Stringenz, gepaart
mit Realismus von Künstlern wie Edward Hopper oder Andreas Gursky, der
Zeitgeist und Lebensgefühl widerspiegelt, sind Momente, die man in den
Arbeiten von Beate Radermacher entdeckt. Die aufwendig bearbeiteten
Digitalfotografien schöpfen dabei ihre Kraft aus dem intensiven Zusammenspiel
leuchtender Farbflächen und geometrischer Formen. Die Farbigkeit bei
ihr kommt dabei jedoch nicht in der musikalischen Art eines Emil Nolde
zum Einsatz. Vielmehr ist die Überzeichnung Ausdruck Ihrer Wahrnehmung
und Instrument bewusster Kontrapunktion der Alltäglichkeit. Sie nutzt
Farbe dazu, der Welt Ihre eigene Art der Realität aufzuerlegen."
Thomas Aichelmann, Kunstliebhaber und -sammler
Aufgewachsen im nordhessischen Kassel machte Beate Radermacher dort ihre ersten Erfahrungen mit dem Medium der Photographie. Der Enge der Verwaltungsstadt entflohen, fand Beate Radermacher ihre geistige Heimat in der strengen Linienführung der in Dessau arbeitenden Künstler Marcel Breuer und Ludwig Mies van der Rohe.
Auch wenn ihre berufliche Entwicklung sie nicht unmittelbar hat künstlerisch tätig werden lassen, bestimmt die Auseinandersetzung mit der menschlichen Kommunikation ihren Werdegang. So arbeitete sie nicht nur erfolgreich für verschiedene renommierte Werbeagenturen, sondern studierte auch einige Semester Psychologie in München.
Die Realität, welche die Wirklichkeit für jeden gleichermaßen beschreibt gibt es nicht. Aber wir können die Welt so nehmen wie Sie uns erscheint und uns von der Sichtweise anderer inspirieren lassen.